Gesundheit am Arbeitsplatz! Marketa Burger im Interview.

von | 31.10.2017 | Blog | 0 Kommentare

Resilienz am Arbeitsplatz schafft mehr Motivation und Produktivität

„Resilienz“ ist in aller Munde. Sie gehört zu den wichtigsten Führungskompetenzen. Doch was genau verbirgt sich dahinter und wer kann sie anwenden?

Interview mit Marketa Burger, Expertin für Mitarbeitermanagement, zum Thema Resilienz

„Resilienz“ wird laut Duden übersetzt mit psychischer Widerstandskraft. Resilienz gilt als „Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen“. Bezogen auf die Mitarbeiterführung in Unternehmen spricht man von Resilienz, wenn es darum geht, die Gesundheit am Arbeitsplatz zu steigern. Sensiblen, im Hinblick auf Resilienz geschulten Führungskräften ist das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter sehr wichtig. Resilienten Führungskräften ist bewusst: Nur wenn sich ein Mitarbeiter wohlfühlt, kann er motiviert seine Arbeit leisten, ist produktiv und bringt sich positiv ins Team ein.

In den vergangenen Jahren rückte das Thema Resilienz immer mehr in den Fokus von Chefetagen in Unternehmen und von Seminaranbietern gleichermaßen. Denn qualifiziertes Personal ist aufgrund des Fachkräftemangels und demographischen Wandels knapp. Mit dem hohen Gut „Mitarbeiter“ gilt es besonders aufmerksam umzugehen, es zu bewahren und zu fördern. Und genau diese Fähigkeit müssen viele Führungskräfte mit Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erst einmal lernen. Die gute Nachricht: Das ist möglich! Resiliente Eigenschaften kann sich jeder aneignen und in jedem Betrieb umsetzen.

Im Team von Medialot Training widmet sich Marketa Burger dem Bereich Resilienz. Im Workshop „Gesundheit am Arbeitsplatz: Wie Sie die Leistungsfähigkeit Ihres Teams fördern“ klärt sie sowohl im offenen Kursprogramm als auch im Inhouse-Seminar darüber auf, wie Resilienz erlernt und in den eigenen Führungsalltag integriert werden kann. Vorab verrät die Expertin für Human Resources im Interview, worauf es ankommt, wenn man als Unternehmen in das Thema Resilienz überhaupt erst einmal einsteigen und sich rantasten möchte:

1 – Wenn man von gesunder Führung in Unternehmen spricht, muss man sich heute schon fast mit Fremdwörtern auskennen: Das Wort „Resilienz“ taucht in diesem Zusammenhang immer wieder auf. Was bedeutet es ganz konkret im Unternehmenskontext?

Marketa Burger Unter Resilienz versteht man die innere Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress und Veränderungen. Wenn eine Person (Mitarbeiter/Führungskraft) resilient ist, kann sie besser mit Widerstand umgehen, Krisen bewältigen und entwickelt schneller Lösungen. Mit anderen Worten: Resiliente Menschen haben in der Regel eine optimistische Grundeinstellung – privat wie beruflich. Für Führungskräfte besonders interessant: Resiliente Mitarbeiter sind langfristig leistungsfähig und begreifen Veränderungen als Chance.

2 – Warum ist das Thema „gesunde Führung“ so wichtig geworden?

Marketa Burger Seit vielen Jahren müssen immer weniger Mitarbeiter immer mehr Arbeit erledigen. Die Folge sind psychische Erkrankungen und Frühverrentungen. Auf den Kollegen, die gesund bleiben, lastet dann jedoch noch mehr Druck. Vielen Unternehmen ist mittlerweile bewusst, dass gut qualifiziertes Personal nicht einfach „auf der Straße“ zu finden ist.

3 – Wer im Unternehmen sollte sich um das Thema kümmern: Der Chef, der Unternehmer bzw. Inhaber selbst, leitende Angestellte, die Chefassistenz als Mädchen für alles …?

Marketa Burger Die Chefetage sollte unbedingt vermitteln, dass ihr das Thema Resilienz und damit die Belegschaft wichtig ist. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die direkten Vorgesetzten den größten Einfluss auf die Effizienz ihres Teams haben. Daher ist es besonders wichtig, dass Führungskräfte gezielt auf das Bereich psychische Gesundheit sensibilisiert und weitergebildet werden.

4 – Was heißt es, eine resiliente Führungskraft zu sein: Was muss man als solche können, welche Eigenschaften muss man mitbringen?

Marketa Burger Die Grundlagen sind Interesse und Empathie. Wer zusätzlich anderen Menschen gegenüber aufgeschlossen und positiv gestimmt ist, kann auch lernen, resilient zu führen.

5 – Kann man Resilienz lernen: Wie einfach oder schwer ist das? Welche Schritte gehören dazu?

Marketa Burger Die gute Nachricht: Ja! Man kann Resilienz lernen. Auch wichtig zu wissen: Resilienz ist ein lebenslanger Lernprozess. Ein guter Einstieg ist ein Resilienztest. Ein einfacher Fragebogen, der aufzeigen kann, wie resilient man bereits ist. Wer dann resilienter werden möchte, kann zum Beispiel einen Workshop oder ein Seminar besuchen, um sich mit den grundlegenden Techniken für den Alltag auszustatten.

Im Anschluss geht es in die praktische Anwendung: Es gilt, die eigenen Denkweisen und Verhaltensmuster zu hinterfragen und aktiv aufzubrechen, um eine Veränderung herbeizuführen. Denn nur wer selbst resilient ist, kann auch bei anderen Resilienz stiften.

6 – Ist das in jedem Betrieb möglich oder muss man dafür eine bestimmte Anzahl an Mitarbeitern haben?

Marketa Burger Resilienz und damit die Gesundheit des Teams kann in jedem Unternehmen gefördert werden. Egal ob groß oder klein, traditionell oder modern. Egal welche Branche, egal ob zwei oder 2000 Mitarbeiter. Entscheidend ist die Bereitschaft der Führungsebene, das eigene Verhalten zu hinterfragen. Dann ist in jedem Betrieb alles möglich.

7 – Wenn sich ein Unternehmen ganz neu mit dem Thema beschäftigen und etwas für die Gesundheit seiner Mitarbeiter tun möchte, wie tastet man sich heran und geht vor, damit man sich nicht zu viel auf einmal vornimmt und niemanden überfordert?

Marketa Burger Meiner Erfahrung nach gibt es kein Patentrezept. Die Herangehensweise sollte von Unternehmen zu Unternehmen individuell gewählt werden. Professionelle Hilfe kann dabei unterstützen, die Aufgaben zunächst zu analysieren und dann strukturiert und geplant abzuarbeiten. In manchen Fällen stellt sich auch heraus, dass man einen Arzt oder Psychologen als optimalen Ansprechpartner zurate ziehen sollte.

Doch gerade recht engagierte Führungskräfte sollten aufpassen, sich nicht selbst zu überlasten und die eigenen Grenzen nicht zu überschreiten. Denn die Führungskraft muss schon selber resilient sein, um für andere sorgen zu können. Die direkten Vorgesetzten sind nämlich Ursache Nummer eins, wenn ein Team krank wird oder wenn ein Team besonders gesund und leistungsfähig ist.

8 – Wie geht man auf Mitarbeiter zu, von denen man glaubt, dass die Probleme haben und wie holt man die ganze Mannschaft ins Boot?

Marketa Burger Wer Probleme bei Mitarbeitern entdeckt, hat bereits den ersten wichtigen Schritt getan: Er hat Missstände erkannt, die er lösen möchte. Gut ist in jedem Fall echtes Interesse am Mitarbeiter zu zeigen, ohne ihn einer Sonderbehandlung zu unterziehen. Im ersten Schritt empfehle ich, das offene Gespräch zu suchen. Erst danach kann entschieden werden, welche Hilfe dem Betroffenen angeboten werden kann, ob er überhaupt Hilfe möchte und ob es sinnvoll ist, alle anderen ins Thema einzubeziehen.

Marketa Burger

Marketa Burger

Beratricks

Seit zehn Jahren ist Marketa Burger im Personalbereich tätig und sammelte jede Menge Erfahrungen als angestellte Mitarbeiterin in den Personalabteilungen eines DAX-Konzerns und eines mittelständischen Unternehmens. Parallel dazu qualifizierte sie sich ständig weiter und absolvierte ein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre, eine Coaching-Ausbildung für Human Resources und erwarb Zusatzqualifikationen in der Personalentwicklung und im Gesundheitsmanagement.
Inzwischen berät Marketa Burger mit ihrem Unternehmen BERATRICKS selbständig kleine und mittelständische Unternehmen in strategischen und operativen Personalthemen und bietet darüber hinaus Karrierecoachings für Privatpersonen an.

 

Herzlichen Dank an Betriebswirtin Marketa Burger für das Interview!

Was uns interessiert …

Welche Erfahrungen haben Sie in Sachen Resilienz schon gemacht?
Ist es einfach oder eher schwer, als resiliente Führungskraft auf seine Mitarbeiter zuzugehen?

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Wir tauschen uns gerne mit Ihnen aus!

 

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Jeannine Tieling

Jeannine Tieling

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